T ü r k e i


 

 

 

 

Blaue Reise Kemer - Kekova - Kemer vom 22.07. - 05.08.2006

1. Woche auf der Neseli II
2. Woche auf der Kaptan Hüseyin A

Teil 1

 

 

Wie schon in den Jahren zuvor, stand auch für unseren diesjährigen Sommerurlaub wieder eine Blaue Reise auf dem Programm. Allerdings sollten es dieses Mal zwei Wochen Schiff sein, also völlig ohne Hotelaufenthalt. Wie bereits im letzten Jahr, hatten wir auch dieses Jahr im Vorfeld wieder einmal versucht, auf die Mavi Özgürlük zu kommen, was aber leider wieder nicht funktionierte. Dies wurde uns allerdings bereits im Vorfeld mitgeteilt und wir waren gespannt, was für ein Schiff uns wohl erwarten würde.

Nachdem wir einen angenehmen Flug mit SkyAirlines verbracht hatten, landeten wir planmäßig kurz vor 3.00 h morgens in Antalya. Nachdem wir dort beim ersten Schritt nach draußen erstmal tief die "Heimatluft" eingeatmet hatten, fanden wir auch sofort einen Mitarbeiter unserer Reiseagentur, der uns den Weg zu unserem Bus wies. Gegen 3.30 h ging es dann los und ungefähr eine Stunde später kamen wir in Kemer im Hafen an.

Dort wurden wir angemeldet für ein Schiff namens "Avuncan" und auch kurz darauf von dem zu diesem Schiff gehörenden Schiffsjungen abgeholt ... dumm nur, dass sich anschließend rausstellte, dass wir für dieses Schiff gar nicht vorgesehen waren :-).

Da wir ja bereits letztes Jahr ähnliche Erfahrungen gemacht hatten, konnte uns das überhaupt nicht aus der Ruhe bringen und wir warteten einfach mal ab, bis nach kurzen Telefonaten, in denen es zunächst hieß, wir seien erst für den Folgetag vorgesehen, dann klar war, dass wir auf die Neseli II gehören. Na also - geht doch alles !

Wir bezogen also müde aber gut gelaunt unsere Kabine und stellten fest, dass diese sehr schön und recht geräumig, aber leider viel zu warm zum schlafen war. Also schnell umziehen und wieder ab nach draußen. Leider lagen die noch freien Schlafplätze derart ungünstig, dass wir, um die noch schlafenden Mitreisenden nicht durch eine "Drüberkletteraktion" zu wecken, die Zeit bis zum Tagesanbruch mehr oder weniger vor uns hinschlummernd auf den Stühlen am Tisch verbrachten.
Jegliche Müdigkeit war jedoch vergessen, als uns der neue Tag mit strahlendem Sonnenschein begrüßte, der Duft von kahve und Tee in unsere Nasen zog und sich uns die anderen Mitreisenden nach und nach fröhlich und nett vorstellten. Noch vor dem Frühstück genossen wir unser erstes Bad in dem eigens dafür abgegrenzten Schwimmbereich auf der "Außenseite" des Hafens. Nach dem Frühstück gab es noch kurz den üblichen Besuch der Reiseleiterin von Forsa, bei der wir dieses Mal auch einen Ausflug nach Myra buchten, und dann stachen wir auch schon in See - wie könnte ein Urlaub schöner beginnen.

Nun hatten wir Zeit, das Schiff noch genauer anzuschauen und stellten fest, dass wir es dieses Mal wirklich sehr gut angetroffen hatten, ein sehr schönes, sauberes und gepflegtes Schiff. Auch unsere Mitreisenden lernten wir nach und nach näher kennen und merkten schnell, dass wir eine richtig gute Gruppe waren. Drei Pärchen kamen aus der Schweiz, zwei davon aus dem französisch sprechenden Teil, was aber absolut kein Problem darstellte, die anderen Mitreisenden waren Deutsche und alles war altersmäßig gut gemischt. Eine unserer Mitreisenden, Gaby, hatte schon eine Woche Blaue Reise auf einem anderen Schiff verbracht und wie sich später herausstellte, hatte sie ebenfalls schon mal eine Blaue Reise auf der Jener 1 gemacht und erzählte uns, dass Hakan, der zu unserer Zeit dort noch als Schiffsjunge tätig war, inzwischen seine Prüfung als Kapitän gemacht hat und nun selbst ein Schiff "unter seinem Kommando" hat. Wir freuten uns riesig über diese gute Neuigkeiten. Da sieht man mal wieder - so klein ist die Welt :-)

Der Sonntag verlief ruhig, wir hielten in verschiedenen Buchten und ankerten zum Übernachten in der Bucht von Adrasan. Am Montag stand dann schon der Ausflug nach Myra an, wo wir zuletzt vor 9 Jahren gewesen sind. Mit dem Taxi-Boot ging es an Land und dort wurde zuerst einmal der kleine Hundewelpe unseres Busfahrers bewundert, der uns, nachdem er seine Milch aufgeschleckt hatte, auf der Fahrt nach Myra begleitete.
In Myra hat sich sehr viel verändert. Der Weg vom Busparkplatz bis zum Eingang ist inzwischen mit Verkaufsständen gesäumt, die es damals dort noch gar nicht gab. Das Amphitheater ist sehr schön wieder aufgebaut worden, die vielen Steine, die damals noch in der Mitte des Amphitheaters gesammelt wurden, wurden inzwischen an ihre Plätze gebracht und es wirkt alles schon sehr beeindruckend. Auch die Felsengräber sind immer wieder überwältigend. Dieser Ausflug hat sich nach der langen Zeit auf jeden Fall gelohnt.

Nach ungefähr einer Stunde ging es dann weiter nach Demre zur St. Nikolaus Kirche. Auch dort sah nichts mehr so aus, wie bei unserem damaligen Besuch. Der Vorplatz ist komplett neu gestaltet, selbst ein riesiger "Kitsch-Nikolaus" mit rotem Mäntelchen hat dort seinen Platz gefunden :-). In der Kirche selbst wurden inzwischen sehr viele wunderschöne Wand- und Deckenmalereien sowie Mosaike auf dem Fußboden freigelegt, so dass auch dieser Besuch auf jeden Fall sehr interessant und lohnenswert war. Bevor es wieder zurück zum Bus ging, gönnten wir uns erst noch ein leckeres Eis und stöberten ein wenig in den kleinen Souvenirlädchen herum. Dann jedoch wurde es Zeit zum Bus und somit auf's Schiff zurückzukehren, wo ein leckeres Mittagessen auf uns wartete.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit faulenzen, rumalbern, schwimmen und schnorcheln und den Abend ebenfalls gemütlich auf dem Schiff in einer der vielen schönen Buchten von Kekova.

Am Dienstag stand dann morgens die "Versunkene Stadt", Simena, auf dem Programm, dann ging es zum Mittagessen in eine schöne Bucht in der Nähe und von dort aus am späten Nachmittag nach Kaleköy. Wir ersparten uns dieses Jahr den Aufstieg auf die Burg, bummelten nur ein wenig durch die Gegend, stöberten hier und dort ein wenig rum und trafen dann später auf den Rest unserer Gruppe,
die nach ihrem Aufstieg auf die Burg eine sicher wohlverdiente Erfrischung zu sich nahmen. Gemeinsam ging es dann wieder zurück zur Neseli II und weiter in unsere Übernachtungsbucht.
Zu unserer großen Freude erfüllte uns unser kaptan Mustafa sogar den Wunsch, zumindest ein kurzes Stück unter Segeln zu fahren. Wenn das Segel auch nicht ausreichte und der Motor trotzdem anbleiben musste, so war es doch ein richtig schöner Anblick, den jeder natürlich auch auf einem Foto festhalten wollte. Zur Krönung dieses schönen Tages überraschte uns unser Koch abends noch mit einer ausgehöhlten und wunderschön dekorierten Melone zum Nachtisch und wie ließen den Abend gut gelaunt mit Musik und Tanz ausklingen.

Am Mittwoch ging es dann weiter in Richtung Finike. Wie jedes Jahr, hatte Joe die Mitreisenden natürlich bereits gefragt, ob sie Interesse an einem Hamam-Besuch haben, denn das ist für uns ja schon nahezu ein "Pflichtprogramm" in Finike. Da alle gerne mitgehen wollten, ein Teil unserer Gruppe jedoch den Halbtagesausflug nach Aricanda gebucht hatte, musste noch kurz der zeitliche Ablauf mit der Crew besprochen und das Abendessen nach hinten verschoben werden, und schon war auch dieser Programmpunkt geklärt. Nach dem Mittagessen liefen wir dann in Finike ein. Der Großteil unserer Gruppe stieg dort in den Bus nach Aricanda und wir machten uns gemeinsam mit Karin und Roland auf den Weg. Da Joe mit Hilfe eines Bekannten unserer Crew tatsächlich genau den berber wieder gefunden hatte, bei dem Joe vor 10 Jahren seine erste Rasur und wir beide unsere erste Massage genossen hatten, zog es uns natürlich sofort dorthin. Karin und Roland wollten das auch gerne einmal miterleben, so dass wir zu viert einen wunderschönen Nachmittag in diesem typisch türkischen Lädchen, das zum Glück viel zu versteckt liegt, um von den Touristen aufgestöbert zu werden, verbracht haben. Der Sohn des Besitzers versüßte uns die Wartezeiten (es gibt dort nur einen Masseur, der gleichzeitig auch noch rasiert)  mit cay, Trauben und Orangen  und wir hatten viel Spaß dabei, uns sämtliche Gegenstände dieses voll gestopften Raumes gegenseitig auf türkisch, deutsch und englisch beizubringen. Nachdem die beiden Männer ihre Rasur bekommen und wir alle vier unsere herrliche und wohltuende Ganzkörpermassage genossen hatten, wurde es auch schon wieder Zeit, zur Neseli zurückzukehren.

Kurz nach uns kamen auch die anderen von ihrem Ausflug zurück und so ging es direkt weiter zum Hamam. Joe war nachmittags bereits kurz dort gewesen, hatte sein obligatorisches Telefonat mit Salih, der uns damals dorthin geführt hatte, also schon hinter sich, so dass es nach kurzer Begrüßung auch gleich losgehen konnte. Wie immer hatte das Hamam während unseres Besuches für die Öffentlichkeit geschlossen, so dass wir mit unseren Wasserspielchen auf dem heißen Stein auch niemanden störten. Nach gut zwei Stunden hatten wir alle unsere Waschgänge hinter uns, genossen zum Abschluss noch ein Gläschen cay und gingen dann wie neu geboren zum Abendessen zurück auf's Schiff.

Dort hatte unser Koch, der übrigens wirklich spitzenklasse war, schon das in Finike übliche Barbecue vorbereitet und wir konnten unseren Hunger mit leckeren Spießen, Köfte, Nudeln und diversen Salaten stillen. Da der Abend noch jung war, machten wir uns alle gemeinsam auf, um uns noch in eine der schönen Hafenbars zu begeben. Wir fanden sehr schnell eine Bar, in der hervorragende Live-Musik gespielt wurde und ließen uns dort an einem großen Tisch gemeinsam nieder. Es war ein wunderschöner Abend - es wurde getanzt, erzählt und viel gelacht und Karin, Roland und wir beide waren dann schließlich die letzten, die dann gegen 2.00 Uhr auch wieder den Weg auf's Schiff  zurückgefunden haben.

Der Donnerstag war wieder ein Tag der Buchten, wir genossen das herrliche Wetter, das traumhafte Wasser und ließen es uns einfach nur gut gehen. Kurz vor dem Abendessen gab es dann für uns noch einen Grund zu besonders großen Freude, denn wir trafen endlich die Mavi Özgürlük, die an diesem Abend in der gleichen Bucht ankerte wie wir. Natürlich schwamm Joe sofort rüber, um Ozan und seine Schwester zu begrüßen. Ozan brachte Joe dann nachher mit dem Beiboot zurück, so dass wir beide uns auch noch begrüßen konnten und wir stellten erfreut fest, dass auch er am nächsten Abend in Kemer im Hafen sein würde, so dass wir uns auf alle Fälle nochmal wiedersehen können :-).

Auch den Donnerstag Abend verbrachten wir wieder in gemütlicher Runde auf dem Schiff und konnten kaum glauben, dass wir am nächsten Tag schon wieder nach Kemer zurückkehren sollten. Freitags machten wir dann noch verschiedene Bade-Stopps, bevor es dann am späten Nachmittag in den Hafen ging. Da wir den letzten Abend nochmal gemeinsam mit unserer Gruppe verbringen wollten, musste das Treffen mit Ozan doch nochmal verschoben werden, zumal auch er von seiner Gruppe gebeten wurde, den Abend mit ihnen gemeinsam zu verbringen. Aber für ein kurzes "Hallo" und ein festes Drücken blieb trotzdem noch genug Zeit und auch sein Vater, der nur ganz kurz im Hafen war, kam extra zu unserem Schiff, um uns wenigstens kurz begrüßen zu können :-).

Den Abend verbrachten wir dann alle gemeinsam im Moonlight-Park, wo wir gemütlich beisammen saßen, Wasserpfeife rauchten und uns langsam auf den Abschied vorbereiteten. Schon in der Nacht wurde als erstes Gaby abgeholt und morgens folgten dann nach und nach die anderen. Auch wir hatten inzwischen erfahren, dass wir umziehen müssen und waren mal wieder sehr gespannt, wie das nächste Schiff wohl sein würde. Da die Neseli II nicht gleich wieder neu besetzt wurde, war die Crew so nett uns vieren (Karin und Roland waren auch noch bis zum Nachmittag da) noch ein leckeres Mittagesessen zuzubereiten, und so ließen wir die letzten Stunden dort gemeinsam ausklingen. Kurz bevor die beiden gehen mussten, lief auch unser "neues" Schiff schon ein und wir konnten es noch gemeinsam bestaunen - aber dazu später mehr :-).

Wir verabschiedeten nun also auch Karin und Roland, schnappten unser Gepäck, verabschiedeten uns von der Crew und zogen auf der Kaptan Hüseyin A ein ...
 

Fortsetzung - Teil 2